Im Dreiseithof von Peter Dreyer glänzt die "Kalte Pracht"

Rabenkirchen-Faulück/hjk

Als Peter Martin Dreyer und Ehefrau Edith im Jahr 2001 die so genannte „Kalte Pracht“ im Wohngebäude ihres Faulücker Dreiseithofs renovierten, schimmerte  hinter einer alten Tapete auf blauem Mauerputz ein mit Ölfarben gemaltes Wandbild hervor. Der Zahn der Zeit hatte an der wiederentdeckten naiven Schablonenmalerei mit verzierten Motiven aus dem  idealisierten bäuerlichen Landleben genagt. Die beiden Medaillons samt Blumenranken und Säulen sind so trickreich aufgetragen, dass sie fast dreidimensional wirken.

Jetzt sind, nach entsprechender Restaurierung, die Bilder wieder zum Blickfang in diesem von den Altvorderen als Esszimmer genutzten salonähnlichen Zimmer geworden.Nein, sagt Peter Dreyer, seines Zeichens Amtsvorsteher von Kappeln-Land und örtlicher Bürgermeister, „diese Malerei hat weniger einen kunsthistorischen, wohl aber einen ideellen Wert für unsere Familie.“

Die „Kalte Pracht“ ist in dieser prächtigen Hofanlage nur eines von 18 mehr oder weniger genutzten Zimmern mit einer Gesamtfläche von etwa 400 Quadratemetern. Etliche von ihnen werden nur dann in Beschlag genommen, wenn die erwachsenen Kinder aus der Schweiz zu Besuch kommen. Auch für Gäste besteht kein Mangel an Übernachtungsmöglichkeiten. Wenn man durch die Sprossenfenster der Veranda nach draußen blickt, stoßen die Augen zu allererst auf ein Naturdenkmal: eine rund 200-jährige Platane, die abends im parkähnlichen Garten sogar angestrahlt wird. Abseits gedeiht Schilf in einem ehemaligen Güllebehälter aus Beton. Nach dessen Stillegung ließ ihn der inzwischen 61-jährige Hausherr fluten und verwandelte den Tank in einen Biotop für Frösche und Libellen.

Der Dreiseithof der Dreyers entstand um 1800, gebaut von einem Ahnherrn namens Martin Leu.
Ihm folgten als Eigentümer Asmus Leu, Metta Leu, geb. Jürgensen, Asmus Möller, Martin Möller I und II, Maria Möller und Martin Möller III, der Vater von Ilse Dreyer, geborene Möller. Ursprünglich bestand das Anwesen aus zwei eigenständigen Domkapitelhufen (1767), die später im Erbgang miteinander verschmolzen. Edith Dreyer, geborene Limberg,  stammt aus Herford. Sie und ihr Ehemann Peter lernten sich beim Studium kennen.

Ihre dreiseitige Hofanlage gilt in Angeln als Bauwerk im klassischen Stil. Die beiden auf Felsfundamenten errichteten Wirtschaftsgebäude aus der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts waren anfangs noch in Fachwerk ausgeführt:  Links die große Scheune, rechts die Stallungen auf einer Nutzfläche von insgesamt 1800 Quadratmetern.  Im einen Teil wurden früher 15 Kühe gehalten, im anderen ein Dutzend Pferde und rund 100 Schweine. Unter dem Dach lagerten traditionsgemäß Getreide und Heu. Nachdem Landwirt Peter Dreyer (Geburtsort Patermeß bei Rieseby auf Schwansen) den Faulücker Betrieb 1970 übernommen hatte, sorgte er für einen betriebswirtschaftlichen Kurswechsel:  900 Mastschweine stellten ab jetzt das Einkommen sicher. Hinzu kam der Anbau von Raps, Weizen und Gerste auf 86 Hektar Ackerfläche.
Und heute? Nach dem Eintritt in den Ruhestand stehen die Wirtschaftsgebäude leer. Sie dienen lediglich als Maschinenraum, Holzlager und Garage. Um den Dreiseithof zu erhalten, hat das Ehepaar Dreyer erhebliche Summen aus eigener Tasche aufgewendet, insbesondere für die Dachsanierung. „Wir suchen nach einer Lösung, um Scheune und Stallgebäude neu nutzen zu können“, sagt Peter Dreyer.

Er hat sich diesbezüglich sogar schon von Fachleuten Rat geholt. Aber ein überzeugender Vorschlag sei bei alledem noch nicht herausgesprungen, sagt er. „Ich hoffe, dass wir unsere Hofanlage, die wir treuhändlerisch von den Altvorderen übernommen haben, möglichst unversehrt an die nachfolgende Generation weitergeben können.“  In Dreyers Heimatgemeinde Rabenkirchen-Faulück gibt es drei weitere intakte Dreiseithöfe. Eigentümer sind Georg Clausen in Rabenkirchen, Hans-Walter Tramm in Faulück und Klaus Truelsen in Karsch

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